WAS IST POPULISMUS MÜLLER

− über Lukas Potsch

Allgemeine BegriffsverwirrungSpätestens seit der Wahl donald Trumps ist das offenkundig, dass bei den medien beinahe babylonische Sprachverwirrung herrscht. Trompete wurde zusammen „totalitärer Blender“ (Luther 2016), wie „Populist“ (Prantl 2016) und als „Faschist“ (Augstein 2016) bezeichnet. Jedoch stochern nicht nur die medien weitgehend im Dunkeln, einmal es um eine präzise Bestimmung ns gegenwärtigen weltweiten politisch Entwicklungen geht. Einen häufig gebrauchter, wenn sogar oftmals unklarer Begriff am Beschreibung der anwesenheit ist das des Populismus. In dem Rahmen das Entstehung das AfD prüfen beispielsweise andreas Kemper, deutschen


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Jan-Werner müller (2013) (CC)


Rechtspopulismus by einige Ideologeme zusammen „Geschlechterkonservativismus“ heu „Hartgeld-Essentialismus“ inhaltlich kommen sie bestimmen (vgl. Kemper 2013: 42, 82) und jüngst rückte Ruth Wodak (2016) mit Politik der Angst das emotionale measurement rechtspopulistischer Politik in den Fokus. Auch die „postmarxistische“ Idee eines Linkspopulismus, das einen Ausweg das ende den gegenwärtigen politik und ökonomischen Krisen gebot könnte, als sie theoretisch by Ernesto Laclau und Chantal Mouffe, politisch etwa über Podemos verfochten wird, zeigt die Vielschichtigkeit – oder besser: Ratlosigkeit – in der Debatte um herum den Populismus. Insofern scheint mir einer grundlegende fragen des auf politische Theorie spezialisierten politikwissenschaftlers Jan-Werner Müller, die er sich bei seinem Essay Was ist Populismus? stellt, von großer Wichtigkeit kommen sie sein.

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Müller giftig es bei seinem Essay weder anzeigen um Rechtspopulismus, noch um dessen inhaltliche schicksal (vgl. 120<1>). Vielmehr möchte er ende einer demokratietheoretischen Perspektive das „innere Logik“ (129) von Links- und Rechtspopulismus freilegen, um dafür einen „präzisen Begriff – oder, einmal man deshalb will: Idealtyp in dem Sinne maximal Webers“ (17) – kommen sie entwickeln. Dies Logik, um die Kernthese Müllers Essay vorwegzunehmen, besteht an der verbindung von antielitärem Gestus und ns antipluralistischem Alleinvertretungsanspruch. Das Essay ist noch nicht nur zusammen theoretischer Versuch, jedoch auch zusammen politische Intervention kommen sie begreifen. Denn nach zum ersten Kapitel, das die theoretischen schicksal umfasst, befolge im montag Ausführungen zu populistischen Regierungsmethoden und schließlich ein dritter Teil, das sich mit problemen auseinandersetzt, mit zu ihnen sich einen demokratischer steuerung mit Populismus konfrontiert sieht.

Ein demokratietheoretischer PopulismusbegriffBei seine theoretischen schicksal grenzt sich Müller vor allem by modernisierungstheoretischen Erklärungsversuchen ab. Erfolgt die Erklärung von Populismus anhand „scheinbar eindeutiger soziologischer Kriterien“ (29), als Zugehörigkeit zu einem abstiegsbedrohten Kleinbürgertum, Geschlecht, Bildungsgrad, oder von sozialpsychologische Disposition zu „autoritären Charakter“ (36), unterstelle man letztlich die These von populismusanfälligen Modernisierungsverlierer (vgl. Spier 2010: 55-68). Dieses video vom abgehängten Geringverdiener, dem die Welt zu komplex es kümmert mich nicht ist, stellt für Müller eine grobe Vereinfachung dar, ns überdies empirisch nur schwer kommen sie belegen sei (vgl. 33). Außerdem sei sie darüber hinaus von einem normativen, „herablassende Gestus liberaler Eliten“ (31) geprägt, der ns Populismus nur verstärke. Müllers ziel ist deshalb die Reinigung von Populismusbegriffs by seinen „unterschwellig normativ werden Aspekten“ (28).

Populismus ist dementsprechend weder das anliegen von sicher Schichten, noch eine psychosoziale Disposition oder eine „Gefühlssache“ (42), jedoch „eine ganz sicher Politikvorstellung“ (ebd.); ns Amalgam aus einer antielitären Haltung, das einem moralisch reinen und homogenen Volk eine parasitäre und unfähige politisch Elite entgegenstellt und so einen Alleinvertretungsanspruch der Populisten ausdrückt. Knapp formuliert: „Populismus ist also nicht zeigen antielitär, er ist sogar antipluralistisch“ (44). Müllers anblick gemäß, das es einer „demokratietheoretische Rückversicherung“ (13) braucht, um Populismus kommen sie begreifen, knüpft dies Populismusverständnis an drei von Müller behandelte demokratietheoretische kategorie an: kommen sie Pluralismus, das Repräsentation und von Volk.

Besteht das wesentliche Merkmal von Demokratie innerhalb Pluralismus, dafür steckt in dem populistischen Alleinvertretungsanspruch ein strukturell antidemokratisches Moment. Nicht zeigen die häufig defizitäre innerparteiliche demokratie (z.B. Geert Wilders Einmannpartei Partij voor außerdem Vrijheid) zeigen dies, sondern sogar die antipluralistischen Verfassungsreformen bei Staaten mit regierenden Populisten (etwa Ungarn, Polen heu Venezuela) – zum widerlegt müller zugleich auch die gängige Ansicht, Populisten ich werde sein sich, einmal in der Regierung, selbst „entzaubern“ (67).

Dabei sei Kritik bei der Form der repräsentativen demokratie durchaus angebracht (vgl. 46, 49f.). Ns Gedanken von Politikwissenschaftlers boy name Manin aufgreifend, wonach das repräsentative Demokratie aufgrund gewisse Unabhängigkeit ns Repräsentanten neben demokratischen auch oligarchische bahn aufweist (vgl. Manin 2007: 324f.), konstatiert Müller: „Repräsentation ist in sich kein demokratisches Prinzip“ (129). Jedoch geht es Populisten nicht ca eine Kritik der undemokratischen Momente das Repräsentation. Vielmehr wollen Populisten das freie weil das imperative Mandat ersetzen, um herum den einheitlichen Volkswillen unmittelbar sehr politisch umsetzen kommen sie können. Mit dies Ablehnung von Vermittlung und Mediatisierung, die den unmittelbaren Volkswillen potenziell verfälschen kann, erklären sich sogar die regelmäßig angebrachte Medienkritik (vgl. 56).

Auch das Paradox ns Staatsvolkes einer demokratie spielt einer wichtige Rolle am Auseinandersetzung mit zum Populismus. Die demokratie ist bevor die Schwierigkeit eingereicht (demokratisch) darüber zu entscheiden, das Teil von Staatsvolkes ist – was jedoch bereits ein Staatsvolk voraussetzt, das diese entscheidung fällen könnte (vgl. 93f.). Ns populistischen parole „Wir sind das Volk“, pflegen Müller die Tatsache entgegen, das „as Volk in seiner gesamtheit <…> wir nie wissen oder überhaupt darstellen“ (59) lässt. Derweil demokratische Politik diese Tatsache anerkennen muss und „das Volk“ bzw. Wer „Willen“ immer wieder neu durch repräsentative wählen aushandelt, wollen Populisten ns Frage nach zum Volk „ein zum alle mal abschließend beantworten“ (88).

Einschluss statt AusschlussObwohl Müller über einer engen strukturellen verbindung von repräsentativer demokratie und Populismus ausgeht, gibt es für ihn die Möglichkeit des demokratisch Umgangs mit ihm: Will die liberale demokratie sich nicht gegen dein eigenen pluralistischen Grundsätze stellen, kann die antworten auf Populismus „nur in der auseinandersetzung und nicht in automatischem Ausschluss bestehen“ (97). Solange Populisten no gegen Minderheiten hetzen und so den pluralistischen Konsens zumindest de facto anerkennen, rät Müller zu Gelassenheit (vgl. 96) – wenn Populisten Volksverhetzung betreiben hagen zur aufstand aufrufen, „greift ns Staatsrecht“ (131) und finale würde deswegen sogar ein „Zugewinn bei Pluralismus“ (100) entstehen. Außerordentlich hinsichtlich ns Diskurses um herum die europäische Integration aussehen Müller ns Bedarf in Pluralisierung. Denn hier stehen sich Populisten und zusätzlich antipluralistische Technokraten entgegen, für die es zu einem mehr an Integration sind nicht Alternative geben sie (vgl. 115). Im rückkehr muss allerdings sogar von populistischen „Euroskeptikern“ erwartet werden, sich ns pluralistischen Europadiskurs zu öffnen – was entgegen ns Intention Müllers doch stark nach einem „frommen Wunsch“ (112) klingt.

Die Grenzen ns BegriffsSo weit, dafür bekannt. Ausgehend von dieser ende allen politisch Spektren gegebenen Handlungsempfehlung erlauben sich außerdem politische, wie auch theoretische Einwände gegen müller anbringen. Zunächst zu sein es in der Praxis breit weniger einfach, wie Müller suggeriert zwischen „noch-populistisch“ und volksverhetzend kommen sie unterscheiden. Dafür gibt es beispielsweise durchaus Kontakte von AfD-Mitgliedern zu der darunter Beobachtung des Verfassungsschutzes stehenden Identitären bewegung oder gewaltbereiten Reichsbürgern. Festzustellen, was still pluralistisch zu sein und was nicht, ist in der alltäglichen politischen auseinandersetzung ein großes Problem. Sogar das Vertrauen in den reibungsfreien Ablauf der Strafjustiz scheint in anbetracht von den Verstrickungen staatlicher behörden etwa in dem Falle des NSU oder das Polizeigewalt an den usa fraglich.

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Damit gelangt man zum Kern Müllers theoretischer Annäherung in das Phänomen Populismus: durch das tun er über demokratietheoretischen Prämissen hinausgehen und die innere, strukturelle Logik des Populismus aufzuzeigen versucht, fallen – eher beabsichtigt, als sich in der Ablehnung über sozialpsychologischen angaben zeigt – das Populisten aus seiner reflektiere heraus, deshalb die getrennt, persönlich, instanz Subjekte. Geht man noch mit Müller in aus, dass es Populisten gelingt, ns Alleinvertretungsanspruch weil die kenntnis „des einen, moralisch richtigen Volkswillen“ zu rechtfertigen, fällt das hinter maximal Webers Erkenntnis zurück, dass Herrschaft (oder der anfrage darauf) immer sogar von den Beherrschten anerkannt verstehen muss (vgl. Weber 1988: 483f.) – die Beispiele, die Müller hierfür anführt (Chavez und Gandhi) verdeutlichen ns charismatische momente und das Anerkennung das Außeralltäglichkeit eigentlich um dafür mehr.

Hier öffnet sich die Notwendigkeit auch auf ns Subjekte einzugehen, das immerhin Träger der „Logik ns Populismus“ zu sein (vgl. Machunsky 2016: 82f.). So ist es sogar nicht verwunderlich, einmal Müller selbst in seinem Essay psychologisiert. Etwa wenn er das Unbehagen aus sicht von des Kontrollverlusts in dem Rahmen ns Finanzkrise reden (vgl. 109f.) oder Vertreter ns europäischen Technokratie als „ängstliche, andernfalls gar traumatisierte Elite“ (117) bezeichnet. Zu sein diese sozialpsychologischen Vermutungen wahrscheinlich bisschen geglückt, streift muller doch ns wesentliche Irrationalität und Momente von Paranoia und Antisemitismus, die im Populismus beinhalten sind (vgl. 63, 73). Werden letztere als „pathische Projektion“ (vgl. Horkheimer/Adorno 2011: 196ff.) verstanden, lässt sich wesentlich mehr über ns Ursachen und ns Bedürfnis nach populistischem dachte sowie ns Inhalten desselben aussagen, wie es eine Ontologisierung des Populismus zu unabwendbaren „Schatten das repräsentativen Demokratie“ (18) leisten könnte. Begreift man Populismus nicht auch als Reaktion oben die Zwänge abstrakter Prozesse, zusammen sie notwendig für einer warenproduzierende globale die gesellschaft sind, erklärt sich weder das Ressentiment ns Einzelnen gegen Vermittlung und Mediatisierung in Form by Journalismus, Repräsentation und Pluralismus, still warum dagegen bestimmte Inhalte zusammen „moralische<> Vorstellungen by Tugend und harter Arbeit“ (52) in Stellung gebracht verstehen (vgl. Krug 2016: 91f.).

FazitMüllers Ablehnung einer subjektzentrierten Zugangs zugunsten einer Betrachtung ns strukturellen bedingungen des Populismus an Demokratien kann vor dem Hintergrund der trivialpsychologischen und moralisierenden Erklärungsmustern an Medien und politik – Stichworte: „diffuse Ängste“ und „Hassprediger“ – ganz nachvollzogen werden. Nur sollte diese nein Grund sein, vollständig oben die subjektzentrierte Dimension zu verzichten. Neben dies Abgrenzung by unterkomplexen Erklärungsversuchen hat Müllers Essay einer weitere Stärke in der Einbeziehung von oftmals wenig berücksichtigten Linkspopulismus, dem er eine ähnliche antielitäre und antipluralistische Tendenz zuschreibt (vgl. 117ff.). Ohne eine krude Totalitarismustheorie zu vertreten (vgl. 14), can er deshalb erklären, warum auch Teile das Linken Ressentiments gegen Vermittlung, etwa an Form von traditionellen Medien, hegen und das nicht unproblematischen Begriff von Volkes positiv besetzen.

Müllers stand Begriffe in anbetracht des „konzeptionellen Defätismus“ (25) an der frage nach von Kern von Populismus möglichst klar zu fassen, ist daher lobenswert – auch wenn er meines Erachtens wichtige Punkte bei der Erklärung und seine Erscheinungsformen vernachlässigt. Auch die demokratie- und staatstheoretische Dimension, das Müller einbringt, werden in (soziologischen) erklären von Populismus zu häufig vernachlässigt. Befinde flüssig lesbares und beispielreiches buch ist daher sowohl ns öffentlichen wie auch ns wissenschaftlichen debatte durchaus förderlich. Sogar wenn außerdem Begriffsarbeit unerlässlich bleibt.

Über den Autoren:Lukas Potsch, 24, studiert Soziologie (M.A.) und Germanistik/Philosophie (B.A.) in der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. Seine Studienschwerpunkte sind: Sozial- und Gesellschaftstheorien, Literatursoziologie, Nationalsozialismus, Methoden qualitativer Sozialforschung.

LiteraturKemper, andreas (2013): rechte Euro-Rebellen. Alternate für deutschland und Zivile koalition e.V. Münster: edition assemblage.Wodak, Ruth (2016): politik mit der Angst. Zur wirkung rechtspopulistischer Diskurse. Wien/Hamburg: edition Konturen.

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<1> wenn nicht sonstiges vermerkt, zitiere mich nach: Müller, Jan-Werner (2016): Was ist Populismus? einer Essay. Frankfurt a.M.: Suhrkamp.